Im Durchschnitt sind Erwerber von Immobilien in Deutschland 38 Jahre alt. Doch wieso werden Käufer immer älter? Und ist es möglich schon in jungen Jahren eine Immobilie zu erwerben? So wird das Eigenheim für junge Menschen wahr!

Warum sinkt die Wohneigentumsquote bei jungen Menschen?

Die Wohneigentumsquote, also der Anteil an Eigentumshaushalten im Verhältnis zu allen Haushalten in Wohngebäuden, ist nach einer Analyse des Verbandes der privaten Bausparkassen im letzten Jahrzehnt bei den 25- bis 44-Jährigen von 32 auf 26 Prozent gesunken. Dies hängt vor allem mit einer immer länger werdenden Studien- und Ausbildungszeit zusammen, weshalb junge Menschen erst später als in den Jahrzehnten zuvor in das Berufsleben einsteigen und ihren Lebensunterhalt selbst verdienen. Jedoch gilt der Immobilienerwerb als sehr effiziente und stabile Altersvorsorge, weshalb ein früher Einstieg durch eine lange Zeit der Wertsteigerung mit geringerem Aufwand über längere Finanzierungszeiträume sinnvoll wäre.

Erschwerend kommt jedoch hinzu, dass stetig steigend Immobilienpreise, wieder ansteigend Kreditzinsen und hohe Kaufneben- sowie Baukosten es noch schwieriger gestalten, sich den Traum der eigenen vier Wände bereits in jungen Jahren zu verwirklichen.

Was ist in den Immobilien-Nebenkosten enthalten?

Die Kaufnebenkosten können sich beim Immobilienkauf auf bis zu 15 Prozent belaufen. Diese Kosten sind unter anderem Steuern, Notar- und Maklerkosten, die lediglich dem Erwerb der Immobilie dienen, den Wert dieser jedoch nicht steigern.

Ein weiterer Grund für den späteren Erwerb eines Eigenheim für junge Menschen ist, dass sich Menschen meistens nicht früh an einen festen Ort oder eine Stadt binden wollen, weshalb eine Wohnungsmiete oft einem Kauf vorgezogen wird. Zudem ist es in attraktiven Ballungsgebieten, wie beispielsweise in München, nahezu unmöglich für junge Menschen in eine Immobilie zu investieren, da die Quadratmeterpreise in diesen Orten im Vergleich zu ländlicheren Gebieten oder Vororten sehr hoch sind (ca. 445 TEUR einschließlich Nebenkosten für nur 50 Quadratmeter Wohnfläche). Aufgrund dessen ist es vorteilhafter, sich außerhalb der Ballungszentren nach Wohnungen und Häusern umzusehen, da dort die Immobilienpreise weitaus günstiger sind.

Kaufnebenkosten beim Immobilienverkauf

Kaufnebenkosten beim Immobilienverkauf Eigenheim für junge Menschen

Eigenkapitalmangel als größtes Hindernis für junge Menschen

Am häufigsten mangelt es jedoch am Eigenkapital der jungen Menschen beim Immobilienerwerb. Obwohl es heutzutage genug Möglichkeiten gibt, sein Geld schon früh sinnvoll und effizient anzulegen und bereits in jungen Jahren mit kleinen Geldbeträgen auch größere Summen anzusparen, scheitert es oft an der hohen Affinität der jungen Menschen zu nicht nachhaltigen Konsumweisen. Die Investition in wertsteigernde Geldanlagen spielt oftmals gar keine Rolle für diese Altersklasse. Um sich die Möglichkeit eines Immobilienkaufs offen zu halten, ist es entscheidend, schon früh Geld an- oder wegzulegen.

Finanzierungsgespräch als Schlüssel zum Eigenheim

„Viele junge Menschen besitzen meistens nur sehr wenig oder gar kein Eigenkapital. Sie möchten häufig für sich selbst kaufen, haben aber noch keine Vorstellung von einer möglichen Rate und die daraus resultierende monatliche fixe Belastung, die nach dem Erwerb auf sie zukommt. Wenn man den Wunsch hat, in den eigenen vier Wänden zu wohnen, ist es empfehlenswert, schon früh ein Finanzierungsgespräch zu führen und sich über alles professionell beraten zu lassen.” (Linda Münter, Finanzierungsexpertin Finanzwerk Steffen)

Günstige Zinsen? So sparen Sie bei der Baufinanzierung!

Entscheidend für die Höhe der Baufinanzierungsrate und der damit monatlichen Belastung, die auf Immobilienbesitzer zukommt, ist die Höhe des Zinssatzes sowie der monatlichen Tilgung des Baufinanzierungsdarlehens. Will man sich günstige Konditionen von den Banken sichern, sollte man mindestens 20-30 % des Kaufpreises als Eigenkapital mitbringen. Je weniger Eigenkapital, desto höher wird in der Regel der Zinssatz, den Banken einem anbieten. Zu dem Eigenkapital gehören auch die Kaufnebenkosten. Um Eigenkapital anzusparen, raten Experten zu langfristigen Sparstrategien, wie Bausparverträge, ETFs oder aktienbasierten Sparplänen.

110%-Finanzierung: Der Weg zum Eigenheim mit wenig Eigenkapital?

Verfügt man jedoch über ein gutes und gesichertes Einkommen, lassen sich Banken teilweise auch auf 110%- Finanzierungen ein. Bei einer 110% Finanzierung handelt es sich um eine Vollfinanzierung, was bedeutet, dass die Finanzierung einer Immobilie ohne oder mit nur sehr wenig Eigenkapital stattfindet. Hier zahlt man jedoch den Aufschlag, durch noch höhere Zinssätze. Als Hilfen gibt es die Möglichkeit, staatliche Förderungen, wie das Nachfolgeprogramm des Bau Kindergeldes oder ein KFW-Darlehen zu beantragen und in Anspruch zu nehmen. Diese unterstützen zum Beispiel durch günstigere Zinssätze für anteilige Darlehensbeträge oder in Form von Tilgungszuschüssen.

Da diese genannten Ausnahmen jedoch nicht garantiert sind, ist Eigenkapital ansparen trotzdem die Grundvoraussetzung, sich möglichst früh ein Eigenheim leisten zu können.

Unsere Experten raten: Frühzeitige Planung für den Immobilienkauf

Unsere Finanzexpertin Linda Münter empfiehlt, sich schon früh mit den verschiedenen Aspekten des Immobilienkaufs auseinanderzusetzen und bei dem Wunsch nach einer Immobilienfinanzierung frühzeitig einen konkreten Sparplan zu verfolgen. “Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass eine Immobilienfinanzierung nicht von heute auf morgen funktioniert. Ein Bausparvertrag kann daher eine sinnvolle Option für die langfristige Planung sein.” (Zitat Linda Münter, Finanzierungsexpertin Finanzwerk Steffen)

Außerdem rät unsere Expertin, frühzeitig ein erstes Gespräch mit einem unserer Finanzberater zu führen, um mögliche Stolpersteine rechtzeitig zu erkennen und evtl. zu beheben. So steht einer erfolgreichen Finanzierung nichts mehr im Weg.

Eigenheim für junge Menschen finanziert durch Lina Münter

Die Muskelhypothek: Eigenleistung als Chance beim Hausbau

Eine Möglichkeit Geld bei einem Kauf einer Immobile zu sparen, ist die so genannte „Muskelhypothek“. Handwerkliche Arbeiten, wie Tapezieren oder Streichen, zählen dann zum Eigenkapital und senken daher die Bau- und Handwerkskosten. Bei den meisten Baufinanzierern kann man bis zu zehn bis fünfzehn Prozent der angesetzten Bausumme geltend machen, wenn man selbst mit anpackt. Wenn man über handwerkliche Fertigkeiten verfügt, sollte man den Wert der Muskelhypothek realistisch ermitteln. Hierzu erstellt man am besten eine Liste der geplanten Tätigkeiten, die man selbst bzw. mit der unentgeltlichen Unterstützung von Freunden und Familie in Eigenleistung erbringen kann.

Diese „Muskelhypothek“ ist deutlich effizienter, als auf zum Beispiel eine Zinssenkung zu warten. Als Muskelhypothek akzeptiert die Bank den Geldbetrag, den Sie einsparen, indem Sie keinen Fachbetrieb für die Gewerke beauftragen, abzüglich der anfallenden Materialkosten. Es gilt also: Sie können nur die reinen Arbeitskosten als Muskelhypothek bei Ihrer Bank einreichen.

Für die Eigenleistung auf einer Baustelle eignen sich je nach handwerklichem Geschick die folgenden Arbeiten, die ohne spezielle Maschinen umsetzbar sind:

– Malern

– Laminat, Parkett oder Teppich verlegen

– Fensterbänke einbauen

– Wandfliesen legen

– Trockenbau

– Gestaltung der Außenanlagen

 

Ihr Traum vom Eigenheim: Wir machen es bei Finanzwerk Steffen möglich

Das Thema eines Immobilienerwerbs ist komplex. Wir helfen dir gerne dabei, deine Fragen zu beantworten, deine Wünsche zu berücksichtigen und federführend mit der Bank zu kommunizieren. Wenn Du also zukünftig auch in Deinen eigenen vier Wänden wohnen möchtest, komm mit uns ins Gespräch. Wir sind für dich da!

Weiterführende Informationen zur Eigentumsquote in Deutschland: Zur Website des BBSR